Gemeinsam machen wir

Bundesadler

Die aus Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG folgende Schutzpflicht des Staates umfasst auch die Verpflichtung, Leben und Gesundheit vor den Gefahren des Klimawandels zu schützen. Sie kann eine objektivrechtliche Schutzverpflichtung auch in Bezug auf künftige Generationen begründen. Art. 20a GG verpflichtet den Staat zum Klimaschutz. Dies zielt auch auf die Herstellung von Klimaneutralität."

Bundesverfassungsgericht,
Klimaschutzurteil vom 24. März 2021

Ziel: Klimaneutral bis 2035

Wir fordern die Stadt Weimar auf, innerhalb eines Jahres einen konkreten Maßnahmenplan zu entwickeln, der überprüfbare Ziele und Zwischenziele enthält, um die Stadt bis 2035 klimaneutral zu machen. Die Maßnahmen sollen durch ein qualifiziertes Planungsbüro erarbeitet werden, um professionelle und machbare Ziele sicherzustellen.

Unser aktueller Stand

Um unsere Forderung nach Klimaneutralität umzusetzen prüft unsere Initiative mit Unterstützung von LocalZero gerade, wie effektiv ein Bürgerbegehren wäre. Dazu sprechen wir mit Fachleuten und Vertretern der Stadt. An vielen Stellen hören wir: "Wir wissen was zu tun ist und haben auch die finanziellen Mittel. Was fehlt ist der politische Wille."

Unser Eindruck ist gerade, dass für die Stadt Weimar kein Plan existiert, wie unser verbleibendes CO₂-Budget sinnvoll verwendet werden kann. Es wird zum Thema Klimaschutz regelmäßig auf eine lange Liste von Maßnahmen verwiesen, die schon getan werden, aber letztlich ist ihr Beitrag zur Dekarbonisierung der Stadt nahezu irrelevant.

2011 wurde für Weimar ein vergleichsweise fortschrittliches Klimaschutzkonzept erarbeitet. Seither gibt es von Seiten der Stadt öffentlich aber weder belastbare Zahlen zum aktuellen Zustand noch ein konkretes Ziel und entsprechend auch keinen Maßnahmen- oder Zeitplan für die Erreichung des Ziels bzw. die Dekarbonisierung der Stadt.

  • Wenn man sich nur bewegt, andere in Bewegung bringt, fügt sich gar manches schön und gut.
    – Johann Wolfgang von Goethe

    Nadja Robiné

    DNT Weimar

  • Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche!
    – Che Guevara

    Krunoslav Šebrek

    DNT Weimar

0
%
der Bevölkerung findet, die Bundesregierung tue genug für Umwelt- und Klimaschutz
0
%
der Menschen wollen ehrgeizigere Klimamaßnahmen, um die 1,5-Grad-Grenze einzuhalten
0
%
der Deutschen sind überzeugt: Mehr Klimaschutz schafft Arbeitsplätze und stärkt die internationale Wettbewerbsfähigkeit

Warum ist Klimaschutz wichtig?

Die Klimakrise bedroht die existenziellen Lebensgrundlagen unserer Kinder und Enkel. Doch auch schon heute können wir die Auswirkungen des Klimawandels spüren. In Kanada vernichten Brände in 2023 Wald von der Fläche der halben Bundesrepublik, Sommertage die 40°C knacken und Starkregenrekorde. Jetzt haben wir noch ein ausreichendes Zeitfenster um langfristige und tiefgreifende Konsequenzen zu verhindern. Je mehr jetzt getan wird, desto weniger Schäden kommen später auf uns zu.

    Warum soll Weimar schon 2035 klimaneutral sein? Reicht nicht, was gesetzlich vorgeschrieben ist?

    Um das 1,5°-Ziel und das Pariser Klimaabkommens zu erreichen, müssen alle Staaten ihre Treibhausgasemissionen drastisch senken. Das Restbudget an Treibhausgasen, das Deutschland ab Januar 2019 noch emittieren darf, um mit 67%-Wahrscheinlichkeit unter dem 1,5°-Ziel zu bleiben beträgt 7,7 Gigatonnen CO₂-Äquivalente*. Das heißt: Deutschland – und auch Weimar – darf ab 2027 keine Emissionen mehr ausstoßen. Wir sind uns bewusst, dass dieses Ziel wegen längerer Planungs- und Umsetzungszeiten nicht realistisch ist. Deswegen fordern wir Klimaneutralität für 2035, was immer noch ein ambitioniertes Ziel ist.


    * Angenommen jede Person auf der Welt erhält das gleiche THG-Budget. Deutschlands Anteil an der Weltbevölkerung beträgt 1,1%.
    Quelle: IPCC, Rogelj, J. et. al.: Special Report on 1.5°C Global Warming, 2018

    Können wir die nötigen Maßnahmen um den Klimawandel einzudämmen denn überhaupt bezahlen?

    Um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, müssten die jährlichen Investitionen in erneuerbare Energien auf drei Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts steigen. Da die Menschheit schon jetzt etwa ein Prozent für erneuerbare Energien ausgibt, müsste das Kuchenstück also nur um zwei Prozentpunkte größer werden.
    Das ist viel weniger als viele denken. Ausführlich schreibt der Bestsellerautor Yuval Harari auf ZEIT ONLINE dazu.

    Ist es nicht besser, wenn wir uns auf die Anpassung an den Klimawandel konzentrieren und nicht die Bekämpfung?

    Der menschengemachte Klimawandel verläuft viel zu schnell, als dass sich der Mensch und die Natur daran einfach anpassen könnten. Eine ausführliche Erklärung dazu findet sich bei Klimafakten

    Ist es für engagierten Klimaschutz nicht längst zu spät?

    Deutschland ist auf Platz 6 in der Liste der weltgrößten CO₂-Verursacher. Außerdem hat es sich im Pariser Abkommen völkerrechtlich zu ehrgeizigen Emissionssenkungen verpflichtet.
    Die Möglichkeiten der deutschen Politik etwas gegen den Klimawandel tun, sind größer als die anderer Länder. Deutschland ist die viertgrößte Volkswirtschaft weltweit.

    Ihr schreibt das hier so aus eurer Sicht, ich hab aber auch schon ganz andere Sachen gelesen! Die Meinungen gehen da auseinander...

    Es ist – ohne Verschwörungsmythen zu bedienen – sehr viel Macht und Geld im Spiel, um die bestehenden Geschäftsmodelle am Leben zu erhalten. Eine Studie des US-Sozialwissenschaftlers Robert Brulle hat dokumentiert, das im Zeitraum 2003-2010 mehr als 7 Milliarden US-Dollar in Organisationen wie das Heartland Institute oder das Committee for a Constructive Tomorrow (CFACT) gepumpt wurden, die mit selbsternannten Experten und Pseudoexpertisen Zweifel am Klimawandel schüren. Dabei handelt es sich zum großen Teil um «dunkles Geld», wie Scientific American schrieb: durch undurchsichtige Stiftungen geleitet, kann der ursprüngliche Spender nicht mehr identifiziert werden.


    Quelle: Brulle, R. J. Institutionalizing delay: foundation funding and the creation of U.S. climate change counter-movement organizations. Climatic Change 122, 681-694 (2013).